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N = 2M + Vv – Eine fiktive Geschichte

Wir schreiben das Jahr 2050. Urs Meier, Key Account Manager der Firma Utz AG in Bremgarten, ist mit seinem selbstfahrenden Wasserstoffauto unterwegs zur Arbeit. Gemütlich liest er die Neuigkeiten aus aller Welt auf seinem Tablet, während der Verkehr flüssig läuft. Seitdem die SBB das effizienteste U-Bahn-Netz der Welt und das Cargo Sous Terrain flächendeckend in Betrieb genommen haben, sind die Strassen leerer und ruhiger geworden. Die selbstfahrenden Autos verursachen keine Unfälle mehr, und damit sind auch die kilometerlangen Staus Geschichte.

Urs Meier kann es kaum fassen, dass heute sein letzter Arbeitstag ist. Seit 2007 arbeitet er bei der Firma Utz in Bremgarten. Was morgen ist, weiss er noch nicht so genau. Nur eines ist sicher, er darf sich ab morgen «Pensionär» nennen. Mit der 23. Rentenrevision hat das Stimmvolk unter anderem Ja zur Flexibilisierung des Rentenalters gesagt. Aus diesem Grund blieb Urs Meier bis zu seinem heutigen 80. Geburtstag der Firma Utz AG treu.

Als er sein Büro betritt, überkommt ihn eine gewisse Melancholie. Er setzt sich seine Computerbrille beziehungsweise seine Hololens auf, um die E-Post zu lesen. Nachdenklich zieht er die Brille wieder aus, legt sie auf seinen Schreibtisch und lehnt sich zurück. Seine Gedanken kreisen um die letzten Jahrzehnte.

Die Welt hat sich stark verändert, vieles davon zum Guten. 2020 sah es noch so aus, als ob die Erde mitsamt der Menschheit vor dem Kollaps stünde. Politiker, Forscher und die Wirtschaft standen jedoch gemeinsam für den 10-Punkte-Plan ein, der zur Verbesserung des Klimas und des Zusammenlebens der Menschen im Allgemeinen führte. Niemand hat am Anfang daran geglaubt. Nach Milliarden-Investitionen und der Stärkung der Internationalen Organisationen wurde der Plan tatsächlich weltweit umgesetzt und weitgehend eingehalten.

Die Georg Utz AG blieb von den äusseren Einflüssen nicht verschont. Die Geschäftsleitung und Urs Meier haben vor 2020 bereits geahnt, dass sich auch in der Verpackungs- und Logistikbranche in naher Zukunft einiges verändern wird, und haben die Firma und das Team für die Zukunft fit gemacht.

Aufgrund des fortgeschrittenen Klimawandels, den selbst die Skeptiker nicht mehr kleinreden konnten, wurden die Verpackung und das Recycling stark reguliert. Das förderte die umweltorientierten Erfindungen und Neuerungen auf diesem Gebiet rasant.

Die Formel, die Urs Meier zusammen mit den Produktentwicklern für Utz einführte, war simpel, aber hochwirksam: N = 2M + Vv. Diese bedeutet Nachhaltigkeit = Mehrwegkreislauf + Materialkreislauf + Verpackungsvermeidung.

Das sogenannte «Shelf Ready Packaging» oder die vertriebsfertige Verpackung, die den Weg von der Produktion zum Kunden erleichtert, ist heute Alltag. Keine Einwegboxen oder Kartonverpackungen mehr. Nein. Kunststoffbehälter können mehrmals, bis zu 25 Jahre lang, verwendet werden. Am Ende der Lebensdauer werden sie recycelt und wieder in Umlauf gebracht. Ganz einfach und umweltschonend. So wird kaum neuer Kunststoff benötigt, sondern auf bereits verwendetes Material gesetzt. Bei Utz ist dieser hochwertige Sekundärstoff unter dem Namen UIC (Utz Industrial Compounds) zertifiziert – und das seit 2012. Nachhaltigkeit wurde bei Utz schon immer grossgeschrieben und gelebt.

Um 2025 kam die «verlinkte Wertschöpfungskette» ins Spiel. Was anfänglich nach Science-Fiction und Hollywood tönte, wurde bald Realität. Um den Materialfluss und die Mehrwegverpackungen effizienter zu gestalten, setzte man auf intelligente Behälter und Paletten. Die Komplexität der Prozesse im abpackenden Unternehmen wird mit Hilfe von Near Field Communication (NFC) und Bluetooth Low Energy reduziert. Dabei sendet jedes einzelne Teil entlang der Wertschöpfungskette Informationen: Produkt, Standort, Ziel, Grösse, Gewicht und noch vieles mehr. Deshalb sind Smartphones und digitale Plattformen in der Logistik nicht mehr wegzudenken. Utz setzte gleich, als dieser Trend aufkam, voll auf die neue Technologie. Das erwies sich als enormer Wettbewerbsvorteil.

Urs Meier ist stolz auf seine Kollegen und die Geschäftsleitung. Sie standen diesen Veränderungen immer aufgeschlossen gegenüber. Sie folgten den Trends mit Enthusiasmus und halfen mit, dass die Georg Utz AG auch 2050 erfolgreich unterwegs ist. Auf seinem Gesicht zeigt sich ein zufriedenes Lächeln. Seiner Pensionierung steht nichts mehr im Weg. Er ist zu 100 Prozent sicher, dass die Firma auch für die kommenden Jahre gerüstet ist und weiterhin auf der Erfolgswelle reiten wird.

(Storytelling mit businessmind.ch)